Flurnamen und deren Bedeutung

 

Flurnamen sind heute kaum mehr in unserem Sprachgebrauch zu finden, denn viele kennen sie gar nicht mehr. Mit dem Rückgang der Landwirtschaft und dem zusammenlegen der Flure werden viele einfach vergessen. Die Bauern hingegen verwenden sie noch häufiger, dass kommt daher, da ihr Arbeitsplatz sich hier befindet. Die Bauern und ihre Vorfahren mussten den Örtlichkeiten außerhalb des Dorfes, wie Flüsse, Täler oder Waldstücke, Namen geben um sich besser zurecht zu finden. Die Namen sind rein von praktischen Nutzen zu sehen, sie zeigten die Qualität der Wiese oder des Ackers, wem das Land gehörte, den Wert des Landes und die Lage und Form des Stückes.

Deutungen:

Flur: 1

„Im Leichling"

Es ist nur zu vermuten das der Flurname daher kommt, dass vielleicht früher die Leichen aus der Untergegangenen Siedlung „Rößweiler", dort begraben wurden.


„Aufm Grünenbaum"

Wenn früher Flure keine besonderen Merkmale besaßen wurden sie meist mit „Baum" bezeichnet. Auf der Wiese die mit diesem Flur bezeichnet wird gab es viele Obstbäume daher rührt Wahrscheinlich die Beschreibung.


„Auf der Brechkaul"

Der Flurname zeigt uns wo früher die Brechkaul des Dorfes gewesen war. In ihr wurde Leinen hergestellt. Dafür wurden Flachshalme benötigt, die dann zuerst über einer „Kaul" ,Grube, in der Feuer war geröstet wurden. Wenn sie dann trocken genug und spröde waren, wurden die verholzten Teile mit einer „Flachsbreche" behandelt, sie wurden gebrochen. So wurden die Fasern des Halmes freigesetzt und über mehrere Arbeitsschritte Leinen gewonnen.


„Keip"

Mit „Keip" wird im allgemeinen ein Bienenkorb oder ein Saatkorb bezeichnet. Doch ob hier der Name von der Form des Geländes oder von dem guten Ertrag der hier auf den Feldern, welche auch heute noch hier zu finden sind, erzielt wurde kommt ist noch ungeklärt .


„Frankelbach"

Die Bezeichnung rührt daher , da durch dieses Flurstück die Frankelbach fließt.


„Grub"

Mit Grub wurden früher entweder die Gruben bezeichnet aus denen man Steine für den Häuserbau erhalten hatte oder eine Form des Geländes, welches einer Grube ähnelt. In Dambach ist es der Verlauf des Geländes der einer Grube ähnelt, denn das in diesem Flur mal einen Grube zur Gewinnung von Steinen zum Hausbau war ist nicht nachgewiesen.


„Hammelsberg"

Der Flurname sagt uns , das früher dort Schafe , „Hammel", gehütet wurden und es sich hierbei um einen Berg handelt. Auch der Name „Hammelheck" die an den Flur angrenzt ist so zu erklären.


„Stöckling"

Hiermit ist wohl der Niederwald oder Jungwald gemeint. Denn mit Stock wurden früher die jungen Wälder bezeichnet, da sie noch nicht sehr hoch waren und noch keine dicken Stämme darin waren.


Flur: 2

„Bitzen"

Diese Flurbezeichnung weist auf gute fette Wiesen hin, die direkt am Haus oder am Dorf lagen. Sie wurden meist eingezäunt, damit die Herden des ganzen Dorfes nicht darin eindringen konnten. Das Wort kommt aus dem Mittelhochdeutschen, "bizume" bedeutet innerhalb des Zaunes. Dieser Flurname ist in der gesamten rheinischen Region zu finden.


„Böhling"

Böhling ist die Verkleinerungsform von „Böhl" und dies deutet auf einen Hügel hin, denn „Böhl" heißt im Schriftdeutschen Hügel oder kleine Anhöhe.


„Eichenwäldchen"

Das Flurstück bezeichnet nichts anderes als einen Wald der nicht der Gemeinde war sondern in Privatbesitz. Denn „Eichen" ist wahrscheinlich eine Falschschreibung von „Eigen".

 

Flur: 3

„In der Kaul"

Der Flurname bedeutet im allgemeinen „Bodenvertiefung die mit Wasser gefüllt ist" ,wie es auch hier zu sehen ist denn ein kleiner Bach verläuft durch diesen Flur.


„Breitwiese"

Der Flurname weist auf den Verlauf und die Form des Flures hin. Es handelt sich hierbei um eine breite Wiese. Die Flurnamen Langenfelder ,im Flur 2, Bergwiese , im Flur 8 , Langenwies ,im Flur 9 und 10, oder auch im Engen ,Flur 2, weisen ebenfalls markante Merkmale im Verlauf und in der Form des Flures auf.


„Geisfelder aufm Weg"

Flurnamen wie dieser, gibt uns einen Hinweis auf die damaligen Besitzer. Denn eine Familie „Geis" gab es in Dambach früher. „Weiningswiese" im Flur 8 , „Hilgeswiese" im Flur 6 und „Hessenwiese" im Flur 7 weisen ebenfalls auf ihren früheren Besitzer hin.


„Auf dem Heidenhübel"

Der Flurname gibt uns Auskunft darüber das dort einmal Funde gemacht wurden die von vorchristlicher Zeit stammen. Denn mit dem Bestimmungswort „Heide" wurden früher Orte bezeichnet, die mit Bewohnern aus vorchristlicher verbunden wurden. So wurden hier wahrscheinlich schon in sehr früher Zeit , wahrscheinlich beim Pflügen, Funde gemacht.


„Haaswiese"

Der Flurname kommt wahrscheinlich daher, dass auf diesen Wiesen sehr viele Kaninchen gelebt hatten und man auch heute noch sehr viele dort sieht . Denn „Haas" bedeutet im Hochdeutschen nichts anderes als Hase.


„Kunzen Köpfchen"

„Köpfchen ist die Verkleinerungsform von Kopf" und dies weißt auf einen Hügel hin der sich in diesem Flur befindet. „Kunzen" ist auf den früheren Besitzer, Kunz, zurückzuführen.

Flur: 4

„Buchwald"

Der Flurname weist auf einen Wald hin der heute noch überwiegend aus Buchen besteht. „Buch" ist wohl eine kollektive Maskulinbildung zu Buche im Sinne von Buchenwald.


Götzengrübchen"

„Grübchen" ist die Verkleinerungsform von Grube hiermit ist auch wieder der Verlauf des Geländes gemeint. Woher „Götzen" stammt konnte leider nicht nachgewiesen werden.


Flur: 5

„Rauschwald"

Die Bezeichnung deutet auf ein dicht stehendes Buchengebüsch oder einen Niederwald hin, der das Laub auffing und als der Wind durchgeblasen hatte ein Rauschen erzeugt wurde.


„Rösselt"

Hier lag eine bisher noch nicht festgestellte Siedlung die „Rössweiler" genannt wurde. Es wurden aber Spuren unter anderem auch in der Kellerwies ,Flur 6, und im Götzengrübchen ,Flur 4, gefunden die auf eine Siedlung hinweisen.

 

„Schafunter"

Der Name setze sich aus „Schaf" und „Unter" zusammen. Mit „Unter" wird ein Ort bezeichnet, der als Rastplatz für das Vieh in der Mittagszeit diente. Oft war es nur eine dichtere Baumgruppe die den Tieren Schatten spendeten. Schafunter heißt es wahrscheinlich deswegen, da dort überwiegend Schafe in der Mittagszeit gehütet wurden.


„Hinterm Stein"

Die Bezeichnung stammt daher, da sich in der Nähe dieses Flures ein kleiner Felsen befindet.

 

Flur: 6

„Kellerwiese"

Ob der Flur seinen Namen von dem Besitzer übernommen hat , denn in Dambach gab es früher eine Familie Keller oder daher das der Flur besonders feucht ist bleibt ungeklärt.


„Ellweilerer Weg"

Wie auch die Bezeichnung „Buhlenberger Weg" ,im Flur 1, kommt sie daher das sich im Flur früher der Weg befand in Richtung Buhlenberg oder Ellweiler. Und so wurden die Flure einfach nach ihnen benannt.


„Im Dämmelchen"

Ob der Name daher kommt, das es sich um ein dicht bewachsenen Wald handelt und es darin oft so dunkel ist wie in der Dämmerung auch wenn es um die Mittagszeit ist , ist nur zu vermuten.


„Auf Annert"

Leider konnte auch durch Befragung einiger Zeitzeugen nicht festgestellt werden woher der Name kommt.


Flur: 7

„Schleifrodt"

Ob der Flurname etwas mit der in der nähe gelegenen Mohrenschleife zu tun hat beleibt ungeklärt. Aber „rodt" bedeutet das dort gerodet wurde um das Flurstück zu erweitern.


„Beilstein"

Eine Felsgruppe die in diesem Flur steht ist Namen gebend. „Beil-" ist auch in anderen Gemeinden weit verbreitet.

 

„Aufm Stöckland"

Hiermit wird wahrscheinlich ein Gebiet bezeichnet, das aus einem Niederwald, aus abgeschlagenen Bäumen und die sich daraus gebildeten neuen Triebe, besteht.


„Kahlenberg"

Die Bezeichnung rührt wahrscheinlich daher, da es sich um einen Berg handelt der frei von Gewächsen also kahl war.


„Im Annebruch"

„Mit Bruch wurde früher entweder Sumpfland oder Steinbrüche benannt." Da auch hier kein Steinbruch vorhanden war ist hier wohl Sumpfland gemeint.

 

Flur: 8

„Leimbach"

„Leim" bedeutet einfach Lehm und Bach kann dadurch abgeleitet werden, dass ein kleiner Fluss durch den Flur fließt. So ist darauf zu schließen, dass der Boden dort sehr Lehmhaltig ist und früher vielleicht dort der Lehm für Backöfen oder ähnliches gewonnen wurde.


„Hirtenwiese"

In den Gemeinden mussten früher bestimmte Wiesen den Hirten zur Verfügung gestellt werden, so auch in Dambach und daher die Bezeichnung „Hirtenwiese".


„Saumlück"

Als „Saum" wurde ein Waldrand oder eine Stelle wo der Pflug wendet bezeichnet. Und „Lück", Lücke, ist wieder auf den engen Verlauf des Geländes zurückzuführen.

 

„In der groß Elbersteg"

Woher der Beiname „Elber" kommt ist leider unbekannt, aber mit Steg wird ein schmaler Weg oder eine Brücke bezeichnet letzteres ist hier heute noch zu finden.

 

„Brandmühle"

In diesem Flur befand sich früher eine Mühle, die heute ein Bauernhof ist. Später wird dieser Name noch genauer erklärt.


Flur: 9

„Wolfswies"

Der Flurname bezeichnet eine Wiese in der sich früher mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Wölfe aufhielten und diese auch des öfteren gesehen wurden.


„Kühtreib"

Es handelt sich hierbei um ein Wiesenstück, das auch an einen Bach grenzt es wurden hier früher Kühe gehütet. Auch heute wird das Land noch als Weide genutzt.

„Im Spieß"

Hier befand sich Wahrscheinlich früher „der Platz ,auf denen die Jäger, die im angrenzenden Wald jagten, ihren Spießbraten zubereiteten."


„In der Kirschenwies"

Es ist zu vermuten das hier früher sehr viele Kirschbäume standen. Heute ist es überwiegend Weideland.


„Oben über der Achtelsbach"

Der Flurname kommt einfach daher , da sich der Flur oberhalb der Achtelsbach befindet.

 

„Ober der Brück"

Mit Brück ist hier eine Brücke gemeint der Flur befindet sich oberhalb dieser Brücke, die über die Traun führt, und deshalb wird er „ober der Brück" genannt.


Flur: 10

„An der Kirschbach"

Der Name der Bach ,die den Flur durchquert, ist hier ausschlaggebend für den Namen.


„Vor der Scheib"

Der Flur grenzt an eine Wiese, die rund war und somit Scheibe , „Scheib", genannt wurde.


„Leismannsdell"

Der Flurname ist aus zwei Wörtern zusammengesetzt einmal „Leismann" was wahrscheinlich auf den Besitzer zurückzuführen ist und „Dell" was nichts anderes als Delle, eine kleine Bodensenkung im Gelände, bedeutet.

„Herrenköpfen"

Der Flur war früher im Besitz der Kirche daher „Herren" und köpfen bedeutet wie auch schon erwähnt einfach Hügel hier in der Mehrzahl.

 

„Kallenbornerhübel"

Mit der Bezeichnung „hübel" ist ein Hügel gemeint der sich in der Flur befindet. Woher der Beiname „Kallenborn" kommt ist nicht bekannt es ist aber zu vermuten das er mal in Besitz einer Familie Kallenborn war.

 

„In der Dunkelnacht"


Der Flurname lässt sich leider nur vermuten. Der Wald der diese Bezeichnung trägt ist sehr dicht bewachsen und sehr duster vielleicht ist es somit zu erklären das er Dunkelnacht bezeichnet wird.

 

Flur: 11

„Reinert zum Buchwald"

„Buchwald" wird ja oben schon erklärt ,doch woher „Reinert" kommt ist leider auch nicht bekannt.


„Zum Herrschaftlichen Wald"

Der Flurname beschreibt einen Wald der wahrscheinlich früher auch in Besitz der Kirche war, die Kirchen besaßen sehr viel Land ,um ihr Kosten mit dem Verkauf von Holz oder mit der Verpachtung des Landes zu decken.